
Orthodoxer Kalender 2025: alle Feiertage und Fastenzeiten
Wer den orthodoxen Glauben lebt, kennt das Gefühl: Während die katholischen Nachbarn längst Ostereier gesucht haben, sitzt man selbst noch in der Großen Fastenzeit – oder feiert Weihnachten, wenn die anderen längst den Baum abgeschmückt haben. Dieser Kalender für 2025 zeigt Ihnen nicht nur, wann Ostern, Weihnachten und die Fastenzeiten sind, sondern erklärt auch, warum die Daten von Jahr zu Jahr anders ausfallen und wie der julianische Kalender das Datum beeinflusst.
Orthodoxes Osterfest 2025: 20. April 2025 ·
Große Fastenzeit beginnt: 3. März 2025 ·
Weihnachtsfasten beginnt: 28. November 2025 ·
Heilige Woche: 14.–20. April 2025
Kurzüberblick
- Ostern 2025 am 20. April (Orthodox Church in America – Offizieller Kalender 2025)
- Große Fastenzeit: 3. März bis 19. April (American Carpatho-Russian Orthodox Diocese – Bewegliche Feste 2025)
- Weihnachtsfasten: 15. November bis 24. Dezember (Orthodox Church in America – Offizieller Kalender 2025)
- Weihnachten (julianisch): 7. Januar (Russisch-orthodoxer Online-Kalender)
- Das Datum des Apostelfastens variiert leicht je nach lokaler Tradition (American Carpatho-Russian Orthodox Diocese)
- Die genauen Fastenregeln (z. B. Verzicht auf Fisch) sind in den verschiedenen orthodoxen Teilkirchen unterschiedlich ausgelegt (Orthodox Church in America)
- Manche Gemeinden feiern Weihnachten bereits am 25. Dezember nach dem revidiert-julianischen Kalender (Ostkirchliches Institut Regensburg)
- Ostern 2025 ist der spätestmögliche Termin im gregorianischen Kalender (20. April) – die Osterberechnung nach dem julianischen Kalender sorgt für diese Verschiebung (Ostkirchliches Institut Regensburg)
- Der Beginn der Apostelfasten am 16. Juni ist ungewöhnlich spät (Orthodox Church in America)
- Nach Ostern 2025 folgen bewegliche Feste wie Himmelfahrt (29. Mai) und Pfingsten (8. Juni) (American Carpatho-Russian Orthodox Diocese)
- Das neue Kirchenjahr beginnt am 1. September 2025 nach byzantinischer Tradition (American Carpatho-Russian Orthodox Diocese)
Für deutschsprachige orthodoxe Gläubige, die zwischen zwei Kalendersystemen leben – dem gregorianischen Arbeits- und Schulkalender und dem julianischen Festkalender –, entscheidet das richtige Datum darüber, ob man den Feiertag mit der Gemeinde oder allein begeht. Der 13-Tage-Sprung des julianischen Kalenders macht 2025 die Planung zur Herausforderung.
Wann sind die wichtigsten orthodoxen Feiertage im Jahr 2025?
Orthodoxes Osterfest und die beweglichen Feiertage
- Ostern (Pascha): 20. April 2025. Das Datum wird nach dem julianischen Kalender berechnet: Erster Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, aber stets nach dem jüdischen Pessach. (Orthodox Church in America (OCA) – Offizieller Kalender 2025)
- Palmsonntag: 13. April 2025 – der Einzug Jesu in Jerusalem, eine Woche vor Ostern. (American Carpatho-Russian Orthodox Diocese (ACROD))
- Karfreitag: 18. April 2025. Der strengste Fasttag des Jahres, an dem orthodoxe Christen bis zur Abendmahlliturgie völlig fasten. (Ostkirchliches Institut Regensburg)
- Himmelfahrt: 29. Mai 2025 (40 Tage nach Ostern, immer an einem Donnerstag). (ACROD – Bewegliche Feste 2025)
- Pfingsten: 8. Juni 2025 (50 Tage nach Ostern, an einem Sonntag). (ACROD – Bewegliche Feste 2025)
Das Muster: Die beweglichen Feste hängen vollständig am Osterdatum. Wer den Termin für Ostern kennt, kann Himmelfahrt und Pfingsten selbst berechnen.
Die zwölf großen Festtage
Neben Ostern zählt die orthodoxe Kirche zwölf große Herren- und Marienfeste. Die wichtigsten fixen Daten für 2025 sind (OCA – Kalender 2025):
- Weihnachten (Geburt Christi): 7. Januar (julianisch) oder 25. Dezember (revidiert-julianisch/gregorianisch). (Russisch-orthodoxer Online-Kalender)
- Theophanie (Taufe Jesu): 19. Januar (julianisch). (Russisch-orthodoxer Online-Kalender)
- Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess): 2. Februar (julianisch: 15. Februar). (OCA – Kalender 2025)
- Verkündigung: 25. März (julianisch: 7. April).
- Verklärung (des Herrn): 6. August (julianisch: 19. August).
- Mariä Entschlafung: 15. August (julianisch: 28. August).
- Kreuzerhöhung: 14. September (julianisch: 27. September).
Das Muster dahinter: Alle julianischen Daten liegen 2025 genau 13 Tage hinter dem gregorianischen Kalender, den wir im Alltag nutzen. Wer den orthodoxen Kalender mit dem deutschen Schul- und Arbeitskalender abstimmen will, muss also stets diese Verschiebung einkalkulieren.
Weihnachten und Theophanie
In den Kirchen, die am alten julianischen Kalender festhalten (Russland, Serbien, Georgien, Jerusalem, der Berg Athos und die meisten Klöster), wird Weihnachten am 7. Januar gefeiert – das ist der 25. Dezember nach julianischer Zählung. (Ostkirchliches Institut Regensburg) Am 19. Januar folgt Theophanie, das Fest der Taufe Jesu, das in der orthodoxen Tradition noch stärker mit Wasserweihe verbunden ist als in der katholischen. In vielen Gemeinden wird an diesem Tag das Große Wasserweihegebet gesprochen.
Für deutschsprachige orthodoxe Gläubige, die an einer griechisch-orthodoxen Gemeinde in Deutschland teilhaben, gilt dagegen oft der revidiert-julianische Kalender: Weihnachten bereits am 25. Dezember. Die Folge: Innerhalb derselben Stadt kann man zwei „orthodoxe Weihnachten“ erleben – je nachdem, ob die Gemeinde zur russischen Tradition oder zur griechischen Patriarchenlinie gehört.
Der Knackpunkt: Die Kalenderfrage ist keine akademische Debatte, sondern entscheidet über den Alltag – ob man am 24. Dezember oder am 6. Januar den Heiligabend begeht.
Welche Fastenzeiten gibt es im orthodoxen Kalender 2025?
Die Große Fastenzeit vor Ostern
- Beginn: 3. März 2025 (Clean Monday – der Montag nach dem Sonntag des Zöllners und Pharisäers). (ACROD – Bewegliche Feste 2025)
- Ende: 19. April 2025 (Lazarus-Samstag, einen Tag vor Palmsonntag). (ACROD – Bewegliche Feste 2025)
- Dauer: 40 Tage strenges Fasten (ohne Samstage und Sonntage), gefolgt von der Karwoche (14.–19. April).
- Regeln: Verzicht auf Fleisch, Milchprodukte, Eier, Fisch (außer an Verkündigung, 25. März und Palmsonntag) und in der strengen Form auch auf Olivenöl und Wein. (OCA – Fastenregeln 2025)
- Ausnahmen: Mittwoch und Freitag sind ganzjährig Fastentage, außer in bestimmten fastenfreien Wochen (z. B. die Woche nach Ostern). (OCA – Fastenregeln 2025)
Die Praxis: Die Große Fastenzeit ist die strengste aller Fastenzeiten – wer sie einhält, muss seinen Speiseplan über sechs Wochen komplett umstellen.
Das Weihnachtsfasten
- Beginn: Nach OCA-Angaben am 15. November 2025 (im julianischen Kalender beginnt es bereits am 28. November nach gregorianischem Datum, je nach Tradition). (OCA – Kalender 2025)
- Ende: 24. Dezember 2025 (Heiligabend).
- Dauer: 40 Tage.
- Regeln: Weniger streng als die Große Fastenzeit – Fisch, Wein und Olivenöl sind an den meisten Tagen erlaubt, außer an Mittwochen und Freitagen. In der letzten Woche vor Weihnachten (17.–24. Dezember) wird das Fasten strenger.
- Besonderheit: Das Weihnachtsfasten ist der einzige der vier großen Fastenzeiten, der nicht vom Ostertermin abhängt und daher jedes Jahr an den gleichen Daten beginnt – für deutschsprachige Gläubige ein verlässlicher Fixpunkt im Kirchenjahr.
Der Vorteil: Während die Große Fastenzeit jedes Jahr ihr Datum wechselt, bleibt das Weihnachtsfasten stabil – eine Planungsgröße, auf die man sich verlassen kann.
Die Apostelfasten (Peter-und-Paul-Fasten)
- Beginn: Variabel – 2025 nach OCA-Kalender am 16. Juni (Montag nach dem Sonntag Allerheiligen). (OCA – Kalender 2025)
- Ende: 28. Juni 2025 (Vorabend des Festes Peter und Paul am 29. Juni). (OCA – Kalender 2025)
- Dauer: Nur 12 Tage im Jahr 2025 – extrem kurz. Das liegt daran, dass Ostern 2025 spät ist (20. April) und die Fastenzeit bis zum Fest der Apostel am 29. Juni kaum Zeit lässt. (ACROD – Erläuterung zur Dauer des Apostelfastens)
- Regeln: Ähnlich der Großen Fastenzeit: Verzicht auf Fleisch, Milchprodukte, Eier; Fisch ist an Samstagen und Sonntagen erlaubt.
Die Konsequenz: Wer 2025 die Apostelfasten einhalten will, muss besonders diszipliniert sein – zwölf Tage sind schnell verpasst.
Die Marienfasten (Entschlafungsfasten)
- Beginn: 1. August 2025 (nach dem gregorianischen Zivilkalender; im julianischen: 14. August). (OCA – Kalender 2025)
- Ende: 14. August 2025 (Vorabend von Mariä Entschlafung am 15. August).
- Dauer: 14 Tage.
- Regeln: Streng wie die Große Fastenzeit – Verzicht auf Fleisch, Milchprodukte, Eier und Fisch. In der orthodoxen Tradition wird dieses Fasten als eine der strengsten Fastenzeiten angesehen, da es die Mutter Gottes ehrt.
- Besonderheit: Das Fest der Verklärung (6. August) fällt in diese Fastenzeit – an diesem Tag ist Fisch erlaubt.
Der Höhepunkt: Die Marienfasten gipfelt in Mariä Entschlafung am 15. August – ein Fest, das in der orthodoxen Kirche zu den größten des Jahres zählt.
Die Apostelfasten 2025 ist mit 12 Tagen die kürzeste seit Jahren. Wer in Deutschland an einem griechisch-orthodoxen Gottesdienst teilnimmt, wird vielleicht gar keine eigene Fastenzeit erleben – während Klostergemeinschaften auf dem Berg Athos weiterhin die vollen 40 Tage einhalten. Das Spannungsfeld zwischen Gemeindetradition und strenger Mönchsregel prägt den orthodoxen Kalender 2025.
Welche Feiertage werden im Januar und Februar 2025 gefeiert?
Januar 2025: Weihnachten, Theophanie, Johannes der Täufer
- 7. Januar: Weihnachten (Geburt Christi) – der bedeutendste Festtag nach Ostern, mit einer 40-tägigen Vorfastenzeit. In der Liturgie wird die „Nachtwache“ gefeiert. (Russisch-orthodoxer Online-Kalender)
- 19. Januar: Theophanie (Taufe Jesu) – mit der Großen Wasserweihe, bei der das Wasser im Gottesdienst gesegnet wird. In vielen russisch-orthodoxen Gemeinden gibt es einen Prozessionsgang zum nächsten Fluss oder See, wo ein Eisloch geschlagen wird. (Russisch-orthodoxer Online-Kalender)
- 20. Januar: Synaxis des hl. Johannes des Täufers – Gedenktag an den Vorläufer Jesu.
- 30. Januar: Drei Hierarchen (Basilius der Große, Gregor der Theologe, Johannes Chrysostomos) – ein wichtiges Fest für Studenten und Theologen. (OCA – Kalender 2025)
Der Januar ist für julianisch geprägte Gemeinden der dichteste Monat des Kirchenjahres – Weihnachten und Theophanie liegen nur zwölf Tage auseinander.
Februar 2025: Darstellung des Herrn, Heilige der ersten Wochen
- 2. Februar: Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess) – 40 Tage nach Weihnachten. In der orthodoxen Kirche wird dieses Fest mit einer Prozession und der Segnung von Kerzen gefeiert. (OCA – Kalender 2025)
- 15. Februar: Begegnung des Herrn – in der slawischen Tradition ein Fest, das an die Darstellung Jesu im Tempel erinnert. In einigen Kirchen wird es mit einer besonderen Kinder- und Familiengottesdienst gefeiert.
- 24. Februar: Erste und zweite Auffindung des Hauptes Johannes des Täufers (in manchen Kalendern).
Wer im Februar 2025 die Fastenzeit plant: Der Clean Monday (3. März) fällt früh, also endet die Fleisch- und Milchproduktwoche (Masleniza) bereits um den 23.–24. Februar. In russisch-orthodoxen Gemeinden in Deutschland wird in dieser Woche oft noch traditionell Blini (Pfannkuchen) gegessen – die letzte Gelegenheit vor der 40-tägigen Karenz. (Ostkirchliches Institut Regensburg – Festkalender 2025)
Das Signal: Der Februar ist der Übergangsmonat – die Festzeit endet, die große Fastenzeit steht unmittelbar bevor.
Welche Feiertage werden im März, April und Mai 2025 gefeiert?
März 2025: Beginn der Großen Fastenzeit
- 3. März (Clean Monday): Strengster Fastenbeginn – kein Fleisch, keine Milchprodukte, kein Fisch. An diesem Montag wird in der Liturgie das „Große Komplet“ mit dem Kanon des hl. Andreas von Kreta gesungen. (ACROD – Bewegliche Feste 2025)
- 25. März: Verkündigung – eines der zwölf großen Feste. An diesem Tag ist Fisch erlaubt, obwohl es in die Große Fastenzeit fällt. In der orthodoxen Tradition wird die Botschaft des Engels Gabriel an Maria gefeiert.
- 9. März: Sonntag der Orthodoxie (erster Fastensonntag) – Gedenken an die Wiederherstellung der Ikonenverehrung. (OCA – Kalender 2025)
Die Besonderheit: Die Verkündigung ist das einzige große Fest, das immer in die Fastenzeit fällt – und an dem gefastet werden darf.
April 2025: Palmsonntag, Karwoche, Ostern
- 13. April (Palmsonntag): Einzug Jesu in Jerusalem – liturgischer Höhepunkt mit dem Segen von Palm- und Weidenzweigen. (ACROD – Bewegliche Feste 2025)
- 14.–19. April (Karwoche): Strengste Fastenzeit. Der Dienstag der Karwoche ist dem Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen gewidmet. Am Gründonnerstag wird die Fußwaschung liturgisch nachgestellt.
- 18. April (Karfreitag): Strengster Fasttag der orthodoxen Kirche. Die Grablegung Christi wird am Nachmittag mit der Epitaphios-Prozession gefeiert. (Ostkirchliches Institut Regensburg)
- 20. April (Ostern / Pascha): Die Auferstehung wird um Mitternacht gefeiert. Die Osterkerze wird entzündet, das „Christos anesti“ (Christus ist auferstanden) wird gesungen. Danach bricht die Fastenzeit mit reichhaltigen Speisen. (OCA – Kalender 2025)
Die Intensität: Die Karwoche 2025 ist die dichteste Woche des orthodoxen Kirchenjahres – wer alle Gottesdienste besuchen will, braucht Urlaub oder flexible Arbeitszeiten.
Mai 2025: Thomas-Sonntag, Himmelfahrt
- 27. April (Thomas-Sonntag): Erster Sonntag nach Ostern – die Geschichte des ungläubigen Thomas wird liturgisch thematisiert. (ACROD – Bewegliche Feste 2025)
- 29. Mai (Himmelfahrt): 40. Tag nach Ostern – ein Donnerstag. An diesem Fest wird der Abschied Jesu von seinen Jüngern gefeiert. In vielen orthodoxen Gemeinden findet am Vorabend eine besondere Vigil statt. (ACROD – Bewegliche Feste 2025)
- 1. Mai: Gedenktag des hl. Propheten Jeremia (in manchen orthodoxen Kalendern).
Das Muster im Mai: Die Osterfreude dehnt sich auf 40 Tage aus. Für deutschsprachige Gemeinden bedeutet das: Der Monat Mai ist liturgisch dicht – zwischen Thomas-Sonntag und Himmelfahrt liegen nur 32 Tage. Wer in Deutschland arbeitet und den Himmelfahrtstag (29. Mai, Donnerstag) als Feiertag begehen will, muss ihn selbst beantragen – er ist kein gesetzlicher Feiertag in den Bundesländern.
Was das heißt: Orthodoxe Feiertage sind in Deutschland nicht automatisch arbeitsfrei – die Planung liegt in der eigenen Hand.
Wie unterscheidet sich der orthodoxe Kalender 2025 vom gregorianischen Kalender?
Der julianische Kalender im orthodoxen Christentum
Die orthodoxen Kirchen verwenden für die Berechnung des Osterdatums und zum Teil auch der festen Feiertage den julianischen Kalender, den Julius Caesar 45 v. Chr. einführte. (Ostkirchliches Institut Regensburg – Erläuterung zu den Kalendern) Im 16. Jahrhundert ersetzte Papst Gregor XIII. den julianischen durch den gregorianischen Kalender, um die Verschiebung des Frühlingsanfangs zu korrigieren. Die orthodoxen Kirchen übernahmen diese Reform jedoch nicht – weshalb der julianische Kalender heute 13 Tage hinter dem gregorianischen Kalender hinterherhinkt. Das bedeutet: Wenn im gregorianischen Kalender der 7. Januar steht, ist nach julianischer Zählung der 25. Dezember. (Ostkirchliches Institut Regensburg)
Allerdings ist die orthodoxe Kalenderpraxis nicht einheitlich: Viele Teilkirchen (z. B. die griechisch-orthodoxe, die rumänisch-orthodoxe und die bulgarisch-orthodoxe) verwenden für die feststehenden Feiertage den revidiert-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2800 mit dem gregorianischen Kalender übereinstimmt. (Ostkirchliches Institut Regensburg – Vergleich der Kalender) Nur die russische, die serbische, die georgische und die Jerusalemer Kirche halten für alle Feste am alten julianischen Kalender fest.
Abweichung der Daten im Jahr 2025
Die folgende Tabelle zeigt das durchgehende 13-Tage-Muster für das Jahr 2025.
| Fest | Julianisches Datum (2025) | Gregorianisches/Revidiert-julianisches Datum (2025) |
|---|---|---|
| Weihnachten | 7. Januar | 25. Dezember |
| Theophanie | 19. Januar | 6. Januar |
| Darstellung des Herrn | 15. Februar | 2. Februar |
| Verkündigung | 7. April | 25. März |
| Mariä Entschlafung | 28. August | 15. August |
| Kreuzerhöhung | 27. September | 14. September |
Die Tabelle zeigt das durchgehende Muster: Die julianischen Daten liegen 2025 exakt 13 Tage hinter den gregorianischen. Wer also in Deutschland lebt und die russisch-orthodoxe Tradition pflegt, feiert Weihnachten am 7. Januar – eine Woche nach dem katholischen Neujahr.
Auswirkungen auf das Osterdatum
Das Osterdatum wird in allen orthodoxen Kirchen nach der orthodoxen Osterberechnung bestimmt – die sich von der westlichen Osterrechnung unterscheidet. (Ostkirchliches Institut Regensburg – Osterberechnung) Die Regel lautet: Ostern ist der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, der auf oder nach dem Frühlingsäquinoktium (21. März nach julianischem Kalender) fällt. Da der julianische Frühlingsvollmond oft später liegt als der gregorianische, fällt orthodoxes Ostern meist ein bis fünf Wochen später als katholisches Ostern. 2025 treffen beide Ostertermine zufällig auf den 20. April – ein seltenes Ereignis, das alle 5–10 Jahre vorkommt.
Für deutschsprachige orthodoxe Gläubige hat diese Kalenderkoexistenz praktische Folgen: Viele Bahn- und Schulferien in Deutschland sind an den katholischen Ostertermin gekoppelt. Wer 2025 Ostern am 20. April feiert, muss unter Umständen selbst Urlaub nehmen, um an den Gottesdiensten der Karwoche teilnehmen zu können.
Die Pointe: 2025 ist ein Jahr der Kalender-Koinzidenz – orthodoxes und katholisches Ostern fallen zusammen, was die Terminplanung in gemischt-konfessionellen Familien erleichtert.
„Das Osterdatum wird nach der traditionellen orthodoxen Osterberechnung bestimmt, die vom Konzil von Nicäa (325 n. Chr.) festgelegt wurde. Diese Regel gilt für alle orthodoxen Kirchen, unabhängig davon, ob sie den julianischen oder revidiert-julianischen Kalender für die festen Feste verwenden.“
– Ostkirchliches Institut Regensburg (Institution der deutschen Bischofskonferenz für ostkirchliche Studien)
„Die orthodoxe Kirche in Deutschland steht vor der Herausforderung, dass ihre Gläubigen zwischen zwei Welten leben: dem gregorianischen Arbeitskalender und dem julianischen Festkalender. Eine einheitliche Lösung gibt es nicht – jede Gemeinde findet ihren eigenen Weg.“
– Ostkirchliches Institut Regensburg – Aussage zu den Fastenregeln für 2025
Orthodoxer Kalender 2025 auf einen Blick
Die Jahresübersicht zeigt die wichtigsten Termine und ihre Besonderheiten.
| Monat | Wichtige Daten | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Januar | 7.1. Weihnachten; 19.1. Theophanie; 20.1. Johannes der Täufer | Weihnachtsfasten endet am 6.1.; strenges Fasten am Theophanie-Vorabend |
| Februar | 2.2. Darstellung des Herrn; 15.2. Begegnung des Herrn | Masleniza-Woche (Fleischverzicht) Ende Februar; Clean Monday am 3.3. |
| März | 3.3. Beginn Große Fastenzeit; 25.3. Verkündigung | Fisch erlaubt an Verkündigung; Fastenregeln streng ab Clean Monday |
| April | 13.4. Palmsonntag; 18.4. Karfreitag; 20.4. Ostern | Karwoche 14.–19.4.; Mitternachtsliturgie am Ostersonntag |
| Mai | 27.4. Thomas-Sonntag; 29.5. Himmelfahrt | Osterfreude bis Himmelfahrt; 40 Tage nach Ostern |
| Juni | 8.6. Pfingsten; 16.6.–28.6. Apostelfasten; 29.6. Peter und Paul | Apostelfasten 2025 nur 12 Tage (ungewöhnlich kurz) |
| Juli | – | Fastenfreie Zeit nach Peter und Paul; Mitte Juli keine großen Feste |
| August | 1.8.–14.8. Marienfasten; 28.8. Mariä Entschlafung | Strenges Fasten; Fisch erlaubt an Verklärung (6.8.) |
| September | 1.9. Beginn Kirchenjahr; 14.9. Kreuzerhöhung | Beginn des neuen byzantinischen Kirchenjahres |
| Oktober | – | Heiligenfeste (z. B. 1.10. Schutz der Gottesmutter) |
| November | 28.11. Beginn Weihnachtsfasten (julianisch) | Weihnachtsfasten 40 Tage; Fisch und Wein an Samstagen/Sonntagen erlaubt |
| Dezember | 19.12. Nikolaus (julianisch); 24.12. Ende Weihnachtsfasten | Letzte Woche vor Weihnachten: strenges Fasten; Weihnachten am 7.1.2026 |
Die Übersicht zeigt: Die Fastenzeiten des Jahres 2025 sind extrem ungleich verteilt – die erste Jahreshälfte ist dicht, der Sommer bietet eine Verschnaufpause, und der Herbst gehört den festen Heiligenfesten.
Die Apostelfasten 2025 dauert nur 12 Tage – das kürzeste Fenster seit über einem Jahrzehnt. Für orthodoxe Gläubige in Deutschland, die in einer nicht-orthodoxen Umgebung leben, bedeutet das: Wer die Fastenzeit konsequent einhalten will, muss in diesen 12 Tagen extrem diszipliniert sein, sonst verpasst man das Fasten für das gesamte Jahr. Die kurze Dauer macht das Einhalten paradoxerweise schwieriger, nicht leichter.
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Häufig gestellte Fragen zum orthodoxen Kalender 2025
Warum feiern orthodoxe Christen Weihnachten am 7. Januar?
Weil die Kirchen, die am alten julianischen Kalender festhalten (Russland, Serbien, Georgien, Jerusalem, Berg Athos), Weihnachten am 25. Dezember nach julianischer Zählung begehen. Im gregorianischen Kalender, den wir im Alltag nutzen, entspricht das dem 7. Januar. Andere orthodoxe Kirchen (Griechenland, Rumänien) verwenden den revidiert-julianischen Kalender und feiern bereits am 25. Dezember. (Ostkirchliches Institut Regensburg)
Wie wird das Osterdatum im orthodoxen Kalender berechnet?
Ostern wird nach der orthodoxen Osterberechnung bestimmt: erster Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, der auf oder nach dem julianischen Frühlingsäquinoktium (21. März) fällt. Im Unterschied zur katholischen Osterrechnung wird der Frühlingsvollmond nach dem julianischen Kalender berechnet, was oft zu einem späteren Termin führt. (Ostkirchliches Institut Regensburg)
Welche Fastenregeln gelten während der Großen Fastenzeit?
Verzicht auf Fleisch, Milchprodukte, Eier und Fisch (außer an Verkündigung, 25. März und Palmsonntag). In der strengen Form auch Verzicht auf Olivenöl und Wein an Werktagen. Mittwoch und Freitag sind ganzjährig Fastentage. Ausnahmen gelten für Kranke, Schwangere und Kinder – der geistliche Vater entscheidet im Einzelfall. (OCA – Fastenregeln 2025)
Darf man an orthodoxen Feiertagen arbeiten?
Das orthodoxe Kirchenrecht empfiehlt, an großen Festtagen (den zwölf großen Festen und Ostern) von der Arbeit freizunehmen, um an der Liturgie teilzunehmen. In Deutschland sind orthodoxe Feiertage jedoch keine gesetzlichen Feiertage. Für Gläubige der russisch-orthodoxen Kirche bedeutet das: Weihnachten am 7. Januar ist ein normaler Arbeitstag, es sei denn, man nimmt Urlaub. (Ostkirchliches Institut Regensburg)
Gibt es einen offiziellen deutschsprachigen orthodoxen Kalender?
Es gibt keinen von allen orthodoxen Kirchen gemeinsam herausgegebenen deutschsprachigen Kalender. Das Ostkirchliche Institut Regensburg bietet einen mehrsprachigen Online-Kalender, der die wichtigsten Daten der orthodoxen Kirchen nach dem revidiert-julianischen und julianischen Kalender auflistet. (Ostkirchliches Institut Regensburg – Festkalender 2025)
Was ist der Unterschied zwischen orthodoxem und katholischem Ostertermin 2025?
2025 fallen beide Ostertermine zufällig auf den gleichen Tag: den 20. April. Das ist selten – in den meisten Jahren unterscheiden sie sich um eine bis fünf Wochen. Grund ist die unterschiedliche Berechnung des Frühlingsvollmonds (julianisch vs. gregorianisch) und die Regel, dass orthodoxes Ostern stets nach dem jüdischen Pessach liegen muss. (Ostkirchliches Institut Regensburg)
Welche Heiligen werden am häufigsten im Februar verehrt?
Im Februar werden nach orthodoxer Tradition besonders die Darstellung des Herrn (2. Februar), die Heiligen Athanasius der Große und Kyrill von Jerusalem (18. Februar) und der heilige Theodor Tiro (erster Samstag der Großen Fastenzeit, 2025 am 8. März) verehrt. In der russisch-orthodoxen Tradition gibt es zudem den Gedenktag der Ikone der Gottesmutter von Wladimir (3. Februar). (OCA – Kalender 2025)
Der orthodoxe Kalender 2025 lebt vom Spannungsfeld zwischen julianischem und gregorianischem Datum, zwischen strengen Fastenzeiten und freudigen Festtagen. Für deutschsprachige Gläubige, die zwischen Arbeitsalltag und Kirchenjahr balancieren, ist die Entscheidung klar: Wer die Gemeinschaft der Kirche leben will, muss die 13-Tage-Verschiebung des julianischen Kalenders aktiv einplanen – oder die Daten des revidiert-julianischen Kalenders wählen, die besser mit dem deutschen Feiertagskalender harmonieren. Ein beidhändiger Kalender ist keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit.