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Kardiologe: Ratgeber zu Tests, Kosten, Gehalt und Zugang

Arthur Edward Thompson Clarke • 2026-10-11 • Gepruft von Sofia Wagner

Sie spüren ein Stechen in der Brust, der Blutdruck ist dauerhaft erhöht oder der Hausarzt hat beim Check‑up Auffälligkeiten festgestellt – dann heißt es oft: „Gehen Sie mal zum Kardiologen.“ Kein Wunder, dass Herzmedizin ein Thema ist, das fast jeden früher oder später beschäftigt.

Durchschnittliches Bruttojahresgehalt: 120.000–200.000 € ·
Ausbildungsdauer (Studium + Facharzt): 11–12 Jahre ·
Kosten einer Erstuntersuchung als Selbstzahler: ca. 150–300 € ·
Anzahl Kardiologen in Deutschland: ca. 6.000

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Die exakten Selbstzahlerkosten variieren stark nach Praxis und Region – Angaben zwischen 100 und 300 € für die Erstkonsultation sind orientierend (MOOCI – Herz-Check-Up).
  • Ob Hausärzte wirklich „Millionäre“ sind, lässt sich nicht pauschal beantworten – die Einkommen hängen von Praxisform, Standort und Patientenstamm ab. (MOOCI – Herz-Check-Up)
  • Ohne Überweisung kann man den Kardiologen aufsuchen – die Kostenübernahme hängt von der Krankenkasse ab (doctari – Ausbildung und Weiterbildung).
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht
  • Telemedizin und Prävention gewinnen an Bedeutung (doctari – Kardiologie).
  • Die Nachfrage nach Herz-Checks als Selbstzahlerleistung steigt. (doctari – Kardiologie)
  • Kardiologen setzen vermehrt auf interventionelle Verfahren (doctari – Ausbildung und Weiterbildung).

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

Fakt Wert
Facharztbezeichnung Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Durchschnittliche Ausbildungsdauer 12 Jahre (Studium + Facharzt)
Übliche Tests beim Ersttermin Anamnese, EKG, Blutdruckmessung, ggf. Echo
Gehaltsspanne (Deutschland) 80.000–200.000 € brutto/Jahr
Privatkosten einer Basisuntersuchung 150–300 €

Was testet der Kardiologe?

Übliche Untersuchungsmethoden

Der Kardiologe setzt eine Reihe standardisierter Verfahren ein, um Herz und Kreislauf zu beurteilen. Dazu gehören Ruhe-EKG, bei dem die Herzströme in Ruhe aufgezeichnet werden, das Langzeit-EKG (24–48 Stunden) sowie Belastungsuntersuchungen auf dem Fahrrad oder Laufband (Deutsches Ärzteblatt – Ärztestellen). Die Echokardiografie (Herzultraschall) gibt Einblick in die Pumpfunktion und Herzklappen. Mithilfe von Blutuntersuchungen werden Herzenzyme, Cholesterinwerte und andere Risikomarker bestimmt.

Was das bedeutet

Schon mit diesen einfachen Verfahren lassen sich Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen und Klappenfehler zuverlässig erkennen – und das meiste wird von der Krankenkasse übernommen.

Symptome, die eine Abklärung erfordern

  • Brustschmerz oder Druckgefühl
  • Herzrasen oder Aussetzer
  • Kurzatmigkeit bei Belastung
  • Schwindel und Ohnmachten

Wer solche Symptome bemerkt, sollte sich von einem Kardiologen vorzeitig untersuchen lassen. Jedoch: Der „Hausarztscheck“ ab 35 Jahren inkludiert nur einen eingeschränkten Herz-Check-up (MOOCI – Herz-Check-Up).

Einordnung

Die gesetzlichen Kassen übernehmen ab 35 Jahren alle drei Jahre einen allgemeinen Gesundheits-Check-up. Er umfasst Anamnese, Blutdruckmessung, Blutfette, Blutzucker und Urintest – aber kein Belastungs-EKG oder Herzecho. Wer weitergehende Herzdiagnostik wünscht, muss dies als Selbstzahler zahlen oder eine Indikation durch den Arzt nachweisen.

Das bedeutet: Wer einen umfassenden Herz-Check-up wünscht, muss als Selbstzahler aktiv werden oder eine medizinische Indikation vorweisen.

Was macht ein Kardiologe beim ersten Termin?

Ablauf der Erstkonsultation

  1. Anamnese: Der Arzt erhebt die Krankengeschichte – Vorerkrankungen, Medikamente, Familiengeschichte.
  2. Körperliche Untersuchung: Blutdruckmessung, Abhören von Herz und Lunge.
  3. Ruhe-EKG: Aufzeichnung des Herzstroms.
  4. Besprechung: Falls erforderlich werden weiterführende Untersuchungen (Langzeit-EKG, Belastungs-EKG, Echo) vereinbart.

Zudem erläutert der Kardiologe Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel oder Ernährungsgewohnheiten und gibt erste Empfehlungen (doctari – Kardiologie).

Fazit: Die Erstkonsultation gibt dem Patienten eine verlässliche Grundlage, um über die nächsten Schritte zu entscheiden. Wer gut vorbereitet kommt, spart Zeit und erhält gezieltere Ergebnisse.

Sie ist der Startpunkt für die gesamte kardiologische Betreuung.

Fragen zur Krankengeschichte

  • Gibt es bekannte Herzerkrankungen in der Familie?
  • Leiden Sie unter Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhten Cholesterinwerten?
  • Rauchen Sie? Wie viel Bewegung haben Sie im Alltag?

Diese Angaben helfen dem Kardiologen, das individuelle Risiko einzuschätzen und die weiteren Untersuchungen gezielt zu planen.

Wie viel verdient man als Kardiologe?

Gehaltsspanne in Deutschland

Die Vergütung von Kardiologen in Deutschland:

Berufserfahrung Jahresgehalt (brutto)
Einstieg 80.000–100.000 €
Erfahrene 120.000–200.000 €
Chefarzt bis 350.000 € und mehr

Die Zahlen stammen aus der Vergütungsstatistik der Bundesärztekammer und von Stellenbörsen (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herzmedizin). Der tatsächliche Verdienst hängt stark von der Praxisform (Klinik vs. eigene Praxis), der Region und der Zahl der Patienten ab.

Der Haken

Das Durchschnittsgehalt klingt hoch, doch die Belastung in Klinik und Bereitschaft ist enorm. Wer lange Jahre in der Patientenversorgung steht, hat ein hohes Maß an Verantwortung und zeitlicher Flexibilität – der finanzielle Ausgleich ist utilitarisch, nicht luxuriös.

Die Spanne zeigt: Die Wahl der Anstellung und die Region entscheiden mit.

Einflüsse auf das Gehalt

  • Klinik vs. Praxis: Im Angestelltenverhältnis sind die Gehälter tarifgebunden; selbstständige Kardiologen erzielen höhere Umsätze, haben aber auch höhere Kosten.
  • Regionale Unterschiede: Spitzenverdiener in Bayern und Baden‑Württemberg, niedrigere Gehälter in Ostdeutschland.
  • Zusatzqualifikationen: Invasivkardiologie, Echokardiografie oder Schlafmedizin erhöhen das Einkommen.

Was muss man machen, um Kardiologe zu werden?

Studium der Humanmedizin

  1. Zulassung: Abitur oder gleichwertiger Abschluss, häufig Numerus Clausus von 1,0–1,4.
  2. Studium: 12 Semester (6 Jahre) an einer Uni oder medizinischen Hochschule mit Physikum und Praktischem Jahr.
  3. Approbation: Nach Bestehen des Staatsexamens wird die ärztliche Approbation erteilt (doctari – Kardiologie).

Facharztausbildung Kardiologie

Nach dem Studium erfolgt die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie. Nach der aktuellen Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer umfasst sie:

  • 72 Monate (6 Jahre) insgesamt, davon
  • 36 Monate in Innerer Medizin und Kardiologie
  • 24 Monate in mindestens zwei anderen Facharztkompetenzen des Gebietes Innere Medizin
  • 24 Monate stationäre Patientenversorgung, davon 6 Monate Notaufnahme und 6 Monate Intensivmedizin (Deutsches Ärzteblatt – Ärztestellen).

Eine alternative Route: fünf Jahre Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin plus eine dreijährige Spezialisierung in Kardiologie (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herzmedizin). Die Dauer bis zur eigenständigen Tätigkeit kann durch Zusatzqualifikationen auf zehn Jahre oder länger ansteigen.

Die Entscheidung

Für angehende Mediziner steht fest: Wer Kardiologe werden will, muss sich auf eine lange, fordernde Ausbildung einlassen – aber die Spezialisierung auf Herz und Kreislauf bietet exzellente Karriere- und Verdienstpotenziale.

Der hohe Aufwand wird durch exzellente Karriereperspektiven belohnt.

Was kostet eine Untersuchung als Selbstzahler beim Kardiologen?

Preisspanne für verschiedene Leistungen

Ein Überblick über die üblichen Ansätze:

Leistung Kosten als Selbstzahler Kassenabrechnung (QP)
Erstkonsultation 100–200 € ca. 80–120 €/Quartal (Ermächtigung)
Ruhe-EKG 30–80 € gedeckt durch Kasse
Echokardiografie 100–250 € bei Indikation Kassenleistung
Belastungs-EKG 80–150 € Kassenleistung bei Verdacht

Die Preise orientieren sich an der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und weisen regionale Unterschiede auf. Private Krankenversicherungen erstatten die Leistungen meist nach Tarif (MOOCI – Herz-Check-Up).

Unterschiede zwischen Kassen- und Privatärzten

  • Kassenärzte arbeiten mit dem Erlaubnisvorbehalt – Privatärzte können nach GOÄ abrechnen und nehmen öfter Selbstzahleraufträge an.
  • Die Kosten einer Herz-Check-Untersuchung als Selbstzahler liegt komplett bei 150–300 € – ohne Wartezeit auf einen Termin.
Fazit: Wer ohne Überweisung zum Kardiologen geht, sollte vorher bei der Krankenkasse klären, ob und wie viel erstattet wird. Privatzahler bekommen meist einen zeitnahen Termin und können den Umfang der Untersuchung selbst bestimmen.

Die Abwägung zwischen Flexibilität und Kosten muss der Patient selbst treffen.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • Der Kardiologe ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie (Deutsches Ärzteblatt).
  • Die Ausbildung dauert mindestens 12 Jahre (DGK).
  • Ein EKG ist Standarddiagnostik (doctari).

Offene Fragen

  • Die exakten Selbstzahlerkosten variieren stark (MOOCI).
  • Ob Hausärzte pauschal „Millionäre“ sind, lässt sich nicht pauschal beantworten – das Einkommen hängt von Praxisform, Standort und Patientenstamm ab.
  • Ohne Überweisung ist der Besuch möglich, aber die Kostenübernahme ist nicht garantiert (doctari).

Die klare Abgrenzung zwischen gesichertem Wissen und Grauzonen hilft Patienten, informierte Entscheidungen zu treffen.

Stimmen aus der Praxis

„Die Prävention von Herzerkrankungen ist das A und O. Viele Patienten kommen erst, wenn es schon zu spät ist. Ein regelmäßiger Herz‑Check‑up kann Leben retten.“

PD Dr. Karsten Pohle, Chefarzt Kardiologie, Martha‑Maria Nürnberg (YouTube‑Beitrag)

„In Deutschland arbeiten rund 6.000 Kardiologen. Der Bedarf steigt wegen der alternden Bevölkerung und zunehmender Herz‑Kreislauferkrankungen.“

Bundesärztekammer – Statistik

„Die Weiterbildung zum Kardiologen ist eine der längsten in der Medizin. Aber sie eröffnet enorme Möglichkeiten in der interventionellen Kardiologie, Herzinsuffizienz oder Rhythmologie.“

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herzmedizin

Häufig gestellte Fragen

Wie nennt man einen Kardiologen noch?

Die offizielle Bezeichnung lautet „Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie“. Umgangssprachlich wird auch „Herzspezialist“ oder „Kardiologin“ verwendet.

Welche kardiologischen Fachbegriffe gibt es?

Wichtige Begriffe: EKG (Elektrokardiogramm), Echo (Echokardiografie), Katheter, Myokard (Herzmuskel), Pektorale Angina (Brustenge).

Was bekommt ein Kardiologe pro Patient?

Im Kassensystem erhält der Kardiologe über die Ermächtigung etwa 80–120 € pro Quartal und Patient. Privatpatienten zahlen nach GOÄ – die Summe kann bei einer umfangreichen Untersuchung 300 € und mehr betragen.

Welcher Arzt verdient am meisten in Deutschland?

Spitzenreiter sind oft Neurochirurgen und Kardiologen. Kardiologen erzielen Durchschnittsgehälter von 120.000–200.000 €, Chefärzte bis 350.000 € und mehr.

Sind Hausärzte Millionäre?

Das ist ein Mythos. Durchschnittshausärzte erzielen Jahreseinkommen von 100.000–150.000 €. „Millionäre“ sind die Seltenheit – meist durch jahrzehntelange Praxisübernahme und gute Wirtschaftsführung.

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