
Koralmbahn – Status Eröffnung Kosten und Vorteile
Die Koralmbahn zählt zu den größten Eisenbahninfrastrukturprojekten Mitteleuropas. Nach rund drei Jahrzehnten Planungs- und Bauzeit nahm die 130 Kilometer lange Hochleistungsstrecke zwischen Graz und Klagenfurt am 14. Dezember 2025 den Betrieb auf. Das Herzstück bildet der 32,9 Kilometer lange Koralmtunnel, der die Steiermark und Kärnten unterirdisch verbindet.
Die Bahnstrecke verkürzt die Fahrzeit zwischen den beiden Landeshauptstädten auf etwa 41 Minuten und soll der Region wirtschaftliche Impulse verleihen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 5,9 Milliarden Euro, getragen von Bund, ÖBB sowie den Ländern Steiermark und Kärnten.
Was ist die Koralmbahn?
Die Koralmbahn ist ein Eisenbahn-Neubauprojekt, das die steirische Landeshauptstadt Graz mit der kärntnerischen Landeshauptstadt Klagenfurt verbindet. Mit einer Gesamtlänge von 130 Kilometern zählt sie zu den bedeutendsten Infrastrukturvorhaben im alpenländischen Raum.
Neubaustrecke
Koralmtunnel
Höchstgeschwindigkeit
Betriebsstart
Die Strecke umfasst insgesamt 12 Tunnel, über 100 Brücken sowie 12 bis 23 neue oder modernisierte Bahnhöfe. Sie ist zweispurig ausgebaut und vollständig elektrifiziert. Neben dem Koralmtunnel als zentralem Bauwerk umfasst die Strecke mehrere kleinere Tunnelabschnitte, die zusammen rund 50 Tunnelkilometer ergeben.
Streckenverlauf und technische Highlights
Die Trasse führt durch das Grenzgebiet der Steiermark und Kärnten, wobei der Koralmtunnel eine maximale Gesteinsüberdeckung von bis zu 1.200 Metern aufweist. Die Strecke ist in zwei Röhren ausgeführt, die jeweils unabhängig voneinander befahrbar sind.
Mit der Inbetriebnahme verkürzt sich die Fahrzeit Graz–Klagenfurt von vormals drei Stunden auf 41 Minuten in Richtung Klagenfurt beziehungsweise 42 Minuten in der Gegenrichtung. Die Koralmbahn ist Teil der Südstrecke Wien–Villach sowie des baltisch-adriatischen Korridors im europäischen TEN-T-Netz.
| Fakt | Details |
|---|---|
| Gesamtlänge | 130 Kilometer |
| Tunnelbauwerke | 12 Tunnel, ca. 50 km Gesamttunnellänge |
| Koralmtunnel | 32,9 km zweiröhrig |
| Brücken | Über 100 |
| Bahnhöfe | 12–23 neue oder modernisierte Stationen |
| Stromversorgung | Vollständig elektrifiziert |
| Geschwindigkeit | Bis 200 km/h |
| Fahrzeit Graz–Klagenfurt | 41–42 Minuten |
Aktueller Stand und Zeitplan der Koralmbahn
Der Regelbetrieb der Koralmbahn startete am 14. Dezember 2025 um 4:58 Uhr morgens. Damit ist das Großprojekt nach einer Gesamtdauer von etwa 27 bis 30 Jahren abgeschlossen. Die Bauarbeiten begannen bereits 2004 mit dem Vortrieb des Erkundungstunnels, bevor nach der Festlegung des Trassenverlaufs im Jahr 2000 der Hauptbau in den 2000er-Jahren aufgenommen wurde.
Meilensteine im Bau
Die bauliche Fertigstellung erfolgte im November 2024. Anschließend durchlief die Strecke eine intensive Testphase mit 280 Testfahrten, die im Juni 2025 abgeschlossen wurden. Die Sicherheitsschulungen für das Personal am Koralmtunnel und in Feldkirchen wurden bis November 2025 intensiv fortgeführt.
Ursprünglich war die Koralmbahn deutlich früher geplant. Die erste Zielvorgabe sah einen einspurigen Betrieb für 2010 und 2016 vor, der später auf einen zweigleisigen Ausbau 2018 erweitert wurde. Aufgrund geologischer Herausforderungen und projekttechnischer Komplexitäten verschob sich die Fertigstellung mehrfach, bis der Dezember 2025 als endgültiger Termin festgelegt wurde.
Geplante Eröffnung
Der 14. Dezember 2025 markierte den Tag der Betriebsaufnahme. Mit diesem Termin reiht sich die Koralmbahn in eine Reihe bedeutender österreichischer Eisenbahnprojekte ein. Der Betrieb läuft seitdem planmäßig, wobei die Sicherheit im Koralmtunnel weiterhin im Fokus steht.
Seit dem 14. Dezember 2025 verbindet die Koralmbahn Graz und Klagenfurt im Stundentakt mit einer Fahrzeit von etwa 42 Minuten. Die ÖBB erwarten eine stetig wachsende Nachfrage im Fern- und Regionalverkehr.
Kosten und Finanzierung der Koralmbahn
Die Gesamtkosten der Koralmbahn belaufen sich auf 5,9 Milliarden Euro. Damit zählt das Projekt zu den teuersten Eisenbahninfrastrukturvorhaben Österreichs. Die Finanzierung verteilt sich auf mehrere Träger, wobei der Bund den Löwenanteil übernimmt.
Gesamtkostenübersicht
Die Kostenentwicklung spiegelt die Komplexität des Großprojekts wider. Ursprünglich waren niedrigere Budgets veranschlagt worden, doch Verzögerungen, technische Herausforderungen und Inflation trieben die Gesamtkosten in die Höhe. Kritiker verweisen auf die langen Bauzeiten und die damit verbundenen Kostensteigerungen als typische Merkmale großer Infrastrukturprojekte.
Finanzierungsquellen
Die Finanzierung setzt sich aus Mitteln des Bundes, der Österreichischen Bundesbahnen sowie der Länder Steiermark und Kärnten zusammen. Beide Länder steuern jeweils 140 Millionen Euro bei. Ein besonderer Aspekt: Teile der Mittel wurden vom Semmering-Basistunnel umgeleitet, da Niederösterreich seine Unterstützung für dieses Projekt zurückzog.
Die Steiermark und Kärnten investierten jeweils 140 Millionen Euro in das Projekt. Der Großteil der Mittel stammt aus dem Bundesbudget und wird über die ÖBB als Bauherrin abgewickelt.
Technische Details: Der Koralm Tunnel
Der Koralmtunnel bildet das Kernstück der Koralmbahn. Mit einer Länge von 32,9 Kilometern je Röhre zählt er zu den längsten Eisenbahntunneln Europas. Der Vortrieb erforderte besondere ingenieurtechnische Leistungen angesichts der geologischen Bedingungen.
Länge und Bauweise
Beide Tunnelröhren verlaufen parallel mit einem Abstand von etwa 40 Metern. Die maximale Gesteinsüberdeckung beträgt bis zu 1.200 Meter, was den Tunnel besonders anspruchsvoll macht. Die Röhren sind durch Querschläge verbunden, die im Notfall als Fluchtwege dienen.
Der Bau begann nach umfangreichen Erkundungsarbeiten, die bereits 2004 mit dem Erkundungstunnel starteten. Die geologischen Verhältnisse im Bereich der Koralpe stellten die Mineure vor erhebliche Herausforderungen, da der Tunnel durch unterschiedliche Gesteinsschichten führt. Die aufwendige Lüftungs- und Sicherheitstechnik macht einen erheblichen Teil der Baukosten aus.
Der Bau des Koralmtunnels erforderte aufgrund der bis zu 1.200 Meter dicken Gesteinsüberdeckung besondere Sicherheitsvorkehrungen. Die Geologie des Koralpenmassivs machte den Vortrieb technisch anspruchsvoll und trug zu den Verzögerungen bei.
Vorteile, Kritik und Herausforderungen
Die Koralmbahn verspricht erhebliche Vorteile für die Region. Der Fernverkehr zwischen Graz und Kärnten soll um 30 Prozent zunehmen. Waren es zuvor acht direkte Busverbindungen, so bieten sich künftig 29 Direktzüge zwischen Graz und Kärnten an. Aus Wien verkehren künftig 26 statt der bisherigen zehn täglichen Verbindungen.
Wirtschaftliche und regionale Vorteile
Experten der Universität Graz sehen in der Koralmbahn einen wirtschaftlichen Boost für beide Bundesländer. Die bessere Erreichbarkeit soll Tourismus, Handel und Pendlerverkehr stärken. Die Strecke ermöglicht zudem klimafreundlicheres Reisen und reduziert den Individualverkehr auf der stark frequentierten Achse durch die Alpen.
Mit dem Semmering-Basistunnel, dessen Eröffnung für 2030 geplant ist, verkürzt sich die Fahrzeit Wien–Klagenfurt auf voraussichtlich 2 Stunden und 40 Minuten. Das entspricht einer Zeitersparnis von etwa 1 Stunde und 20 Minuten gegenüber dem aktuellen Angebot.
Verzögerungen und Umweltfragen
Die mehrfachen Verschiebungen des Fertigstellungstermins zählen zu den am häufigsten kritisierten Aspekten des Projekts. Ursprünglich war der Betrieb bereits für die Jahre 2010 und 2018 avisiert worden. Die Umweltverträglichkeitsprüfung läuft seit dem Jahr 2000 und begleitet das Projekt seit Beginn.
Kritiker bemängeln die hohen Baukosten und die lange Projektdauer. Befürworter verweisen hingegen auf den Nutzen für eine nachhaltige Mobilität und die Einbindung in das europäische Eisenbahnnetz. Die Strecke trägt zur Verlagerung von Verkehr auf die Schiene bei und unterstützt die Klimaziele Österreichs.
Koralmbahn und Semmering-Basistunnel
Beide Großprojekte bilden zusammen die optimierte Südstrecke Wien–Villach. Während die Koralmbahn die Ost-West-Verbindung durch die Steiermark und Kärnten modernisiert, ersetzt der Semmering-Basistunnel die 1854 erbaute Ghega-Strecke über den Semmering.
| Aspekt | Koralmbahn | Semmering-Basistunnel |
|---|---|---|
| Länge | 32,9 km zweiröhrig | 27,3 km |
| Kosten | Teil von 5,9 Mrd. € | 4,2 Mrd. € |
| Status | Betrieb seit Dez. 2025 | Grabungsabschluss 2024, Eröffnung 2030 |
| Verbindung | Graz–Klagenfurt | Ersetzt Ghega-Strecke |
Der Semmering-Basistunnel befindet sich derzeit noch im Bau. Die Grabungsarbeiten wurden 2024 abgeschlossen, die Fertigstellung ist für 2030 geplant. Finanzierungsmittel wurden teilweise zwischen beiden Projekten verschoben, als Niederösterreich seine Unterstützung für den Semmering-Tunnel zurückzog.
Zusammenfassung
Die Koralmbahn ist am 14. Dezember 2025 nach rund drei Jahrzehnten Planungs- und Bauzeit erfolgreich in Betrieb gegangen. Mit dem 32,9 Kilometer langen Koralmtunnel als Herzstück verbindet sie Graz und Klagenfurt in 41 bis 42 Minuten. Die Gesamtkosten von 5,9 Milliarden Euro teilen sich Bund, ÖBB und die Länder Steiermark und Kärnten.
Trotz Verzögerungen und Kostensteigerungen soll die Strecke der Region wirtschaftliche Impulse verleihen und den Fernverkehr um 30 Prozent steigern. Gemeinsam mit dem Semmering-Basistunnel bildet die Koralmbahn das Rückgrat der modernisierten Südstrecke durch Österreich. Weitere Informationen zu Österreichs Bahnprojekten finden Sie in unserem Überblick zu infrastrukturellen Vorhaben im Alpenraum.
Häufig gestellte Fragen
Wie lang ist der Koralmtunnel?
Der Koralmtunnel ist 32,9 Kilometer lang und verläuft zweiröhrig durch das Koralpenmassiv. Mit einer maximalen Gesteinsüberdeckung von bis zu 1.200 Metern zählt er zu den längsten Eisenbahntunneln Europas.
Wann fuhr die erste Koralmbahn?
Der Regelbetrieb der Koralmbahn startete am 14. Dezember 2025 um 4:58 Uhr. Zuvor fanden von Juni bis November 2025 umfangreiche Testfahrten mit 280 Testläufen statt.
Was kostet die Koralmbahn?
Die Gesamtkosten der Koralmbahn belaufen sich auf 5,9 Milliarden Euro. Finanziert wird das Projekt durch den Bund, die ÖBB sowie die Länder Steiermark und Kärnten.
Wie lange dauert die Fahrt mit der Koralmbahn?
Die Fahrtzeit zwischen Graz und Klagenfurt beträgt 41 Minuten in Richtung Klagenfurt und 42 Minuten in der Gegenrichtung. Zuvor war eine Fahrt von etwa drei Stunden nötig.
Was ist der Unterschied zwischen Koralmbahn und Semmering-Basistunnel?
Die Koralmbahn verbindet Graz und Klagenfurt und ist seit Dezember 2025 in Betrieb. Der Semmering-Basistunnel ersetzt die alte Semmeringstrecke und soll 2030 eröffnet werden. Beide Projekte bilden zusammen die Südstrecke Wien–Villach.
Warum gab es Verzögerungen bei der Koralmbahn?
Die Koralmbahn wurde mehrfach verschoben, ursprünglich war ein Betrieb für 2010 und 2018 geplant. Geologische Herausforderungen, technische Komplexitäten und der aufwendige Tunnelbau trugen zu den Verzögerungen bei, bis der Dezember 2025 als Fertigstellungstermin erreicht wurde.